KOTTEN NIE GESCHICHTE

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In   Gladbeck   Ost   an   der   Bülser   Straße   liegt   der   Kotten   Nie.   Er   ist   ein   Zeuge   der   Gladbecker Stadtteilgeschichte,   ein   erhaltenswertes   Überbleibsel   aus   der   bäuerlichen   Vergangenheit Gladbecks.    Mit    den    Höfen    Kruse,    Dume    und    Hegemann    gehörte    der    Hof    Nie    zum damaligen   Oberhof   Allinghof.   1574   wird   im   Vestischen   Schatzzettel,   einer   Steuerliste   des 16.   Jahrhunderts,   der   Nie-Hof   erwähnt.   Hier   wurden   von   den   "Gladbeckerschen   von   den Nygen"    (heute    Nie)    vier    Reichstaler    gefordert.    Weiter    erwähnt    wird    der    Hof    1660    im Kurfürstlichen   Lagerbuch   und   am   20.April   1698   im   Taufregister   Lambert.   Aus   jüngerer Zeit    stammt    eine    Eintragung    aus    dem    Jahre    1801,    dem    Hochzeitstag    der    Erbtochter Gertrud    Nie    mit    dem    Bottroper    Hermann    Kleine-Lohmann.    1909    verpachtet    Kleine- Lohmann   den   Kotten   Nie   an   den   Bauern   Anton   Löns.   Seit   den   30-er   Jahren   ist   die   Stadt Gladbeck   Eigentümerin   des   Gebäudes.   Heute   erinnert   uns   der   Straßenname   "Allinghof"   an den    ehemaligen    Hofverband    Allinghof.    Seit    dem    12.Februar    1985    steht    der    Hof    unter Denkmalschutz.
Wiederaufbau des Kotten Nie Im   Dezember   1984   wurde   mit   der   Restaurierung   des   "Kotten   Nie"   begonnen.   Der   Hof   "Kotten   Nie"   ist   ein   Verbleibsel   aus   der   bäuerlichen   Vergangenheit   Gladbecks.   Erhalten geblieben   ist   vom   ehemaligen   Hof   Nie   das   Bauernhaus.   Es   ist   ein   für   den   Hellwegraum   typisches   Vierständer-Fachwerk-Haupthaus.   Die   Restaurierung   des   Fachwerkhauses   wurde im   Rahmen   eines   Beschäftigungsprojektes   von   jungen   Erwachsenen   durchgeführt.   Jeweils   12   Arbeitsplätze   für   junge   Arbeitslose   Arbeitnehmer   und   2   Arbeitsplätze   für   Meister wurden   während   der   2-jährigen   Restaurierungsphase   eingerichtet.   Die   Teilnehmer   verfügten   zum   Teil   nur   über   eine geringe   berufliche   Qualifikation   bzw.   hatten   zum   Teil   nach   einer   Berufsausbildung   keine   Arbeitsstelle   gefunden   und waren   in   der   Regel   längerfristig   arbeitslos.   Durch   die   Vielzahl   von   unterschiedlichen   Tätigkeiten   in   diesem   Projekt konnten   die   Teilnehmer   handwerkliche   Qualifikationen   erwerben   bzw.   berufliche   Kenntnisse   vertiefen.   Die   beruflichen Chancen   der   jungen   Arbeitslosen   auf   dem   Ausbildungs-   und   Arbeitsmarkt   sollten   verbessert   werden.   Ihnen   sollte   der Einstieg   in   die   Berufstätigkeit   ermöglicht   werden   bzw.   durch   die   Maßnahme   konnten   sie   zum   Teil   die   Voraussetzungen für    eine    berufliche    Bildungsmaßnahme    erlangen.    Durch    die    Arbeit    im    Projekt    lernten    sie    unterschiedliche handwerkliche  Tätigkeiten aus verschiedenen Berufszweigen kennen, u.a. Stütz- und Demontagearbeiten Herstellen von Fundamenten Zimmerer- und Schreinerarbeiten - Maurer- und Putzarbeiten Maler- und Anstreicherarbeiten - Isolationsarbeiten Fliesenlegerarbeiten.
Das    Projekt    wurde    sozialpädagogisch    begleitet,    um    Probleme    der    Teilnehmer,    die    sich    aus    einer längerfristigen   Arbeitslosigkeit   ergaben,   wie   z.   B.   die   Verschuldung   und   fehlende   berufliche   Perspektiven, aufzugreifen   und   Lösungsmöglichkeiten   zu   entwickeln.   Nach   Beendigung   der   in   der   Regel   einjährigen Beschäftigung   fand   ein   Teil   der   Teilnehmer   eine   feste   Arbeitsstelle,   ein   weiterer   Teil   strebte   eine   berufliche Qualifizierungsmaßnahme   an   und   ein   weiterer   Teil   wurde   erneut   arbeitslos.   Das   Beschäftigungsprojekt konnte    insgesamt    als    sinnvolle    Maßnahme    im    Rahmen    der    Jugendberufshilfe    eingestuft    werden.    Das Ergebnis    dieses    Projektes    konnte    auch    unter    Baufachleuten    vorgezeigt    werden.    Nach    zweijähriger Restaurierung   des   Fachwerkhauses   stand   dieses   für   ein   neues   Nutzungskonzept   zur   Verfügung.   Entwickelt wurde   ein   modellhaftes   Projekt   wohnortnaher   Freizeitgestaltung,   Erholung   und   Begegnung   in   Gladbeck- Ost.   Der   Wirtschaftsbereich   des   Gebäudes   -   die   Wohnung   wird   vom   übrigen   Teil   unabhängig   genutzt   -   und die   angrenzende   Grünfläche   von   ca.   10.000   qm   standen   für   dieses   Konzept   zur   Verfügung.   Der   größte   Teil des   Gesamtgeländes   ist   eine   von   Wegen   durchzogene   Grünfläche,   die   im   Westen   einen   Bolzplatz   und   im Süden   einen   Bezirksspielplatz   einschließt.   Diese   Freiflächen   sollten   an   Attraktivität   gewinnen.   Für   das Konzept   der   Neugestaltung   der   Freiflächen   waren   pädagogische   Überlegungen   im   Freizeitbereich,   Natur- und   Umweltschutzgedanken   und   Maßnahmen   zur   Bekämpfung   der   Jugendarbeitslosigkeit   bestimmend.   Die Gestaltung   der   Freiflächen   unterlag   dem   Konzept   einer   aktiven   Nutzung.               Natur   und   Grün   sollten   nicht   nur bloß   Wegbegleitung   sein,   sondern   erlebbar   werden.   Dazu   gehörte   die   Beteiligung   der   Bevölkerung   im   Stadtteil   an   der   Gestaltung,   Realisierung   und   Unterhaltung   (Obstbäume, Gärten, Feuchtbiotop, Bauerngarten, Vogelschutz-hecken- Naturkunde, Naturschutz). Ausgehend   von   der   Überlegung,   Beschäftigungsprojekte   für   junge   Erwachsene   zu   schaffen,   wurde   ein   wesentlicher   Bereich   der   Neugestaltung   von   der   Projektgruppe   Natur-   und Umweltschutzarbeiten   durchgeführt.   Zehn   junge   Frauen,   eine   Garten-   und   Landschaftsgärtnerin   und   eine   Sozialpädagogin   waren   seit   Dezember   1987   in   diesem   Projekt   über   eine Allgemeine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig. Am   1.5.1988   begannen   sechs   junge   Erwachsene   und   zwei   Meister   mit   dem   geplanten   Bau   weiterer   Gebäude   (Remise,   Backhaus,   Pferdestall)   am   Kotten   Nie.   Durch   die   Gebäude wurde   das   Bild   einer   ehemaligen   Hofanlage   vervoll-ständigt,   gleichzeitig   wurde   in   die   Gesamtkonzeption   die   Haltung   von   heimischen   Tieren   aufgenommen,   um   Kindern   und Jugendlichen   aus   dem   innerstädtischen   Bereich   den   natürlichen   Umgang   mit   Tieren   zu   ermöglichen.   Bisher   wurden   im   Kotten   Nie   Hühner   und   Schafe   gehalten,   nach   der Fertigstellung    der    Gebäude    sollten    dort    Kaninchen,    Ziegen    und    Pferde    beheimatet    werden.    Die    Ausstattung    und    Nutzung    des    Wirtschaftsteils    des    Kotten    Nie    trägt Werkstattcharakter,   er   lässt   Nutzungen   zu,   die   sonst   nur   schwer   unterzubringen   sind.   So   wurde   nach   Fertigstellung   der   Remise   mit   der   Instandsetzung   eines   Planwagens,   einer Kutsche   und   einer   Segeljolle   begonnen.   Über   das   bisherige   Angebot   für   Kinder,   Jugendliche   und   Erwachsene   am   Kotten   Nie   -   Töpfer-,   Spinn-,   Fahrrad-,   Holz-,   Naturschutzgruppe und   Spiel-   und   Sportangebote   unter   dem   Motto   "Alte   Spiele,   neu   entdeckt"   -   entstanden   weitere   Angebote   nach   der   Fertigstellung   der   Bauphase.   Das   Angebot   im   Bereich stadtteilbezogener   Kulturarbeit   wurde   erweitert.   Der   Kotten   Nie   konnte   somit   auch   für   kleinere   Veranstaltungen,   wie   Konzerte,   Informations-abende   etc.   zur   Verfügung   stehen.   Der Kotten   Nie   wurde   für   alle   Bevölkerungsgruppen   im   Stadtteil   zu   einer   offenen   Begegnungsstätte   mit   einem   vielfältigen   und   interes-santen   Angebot   im   Freizeitbereich.   Zur Unterstützung   des   Vorhabens   in   ideeller   und   finanzieller   Hinsicht   wurde   der   am   24.April   1986   gegründete   Verein   zur   Förderung   der   Jugend   und   Kultur   e.V.   einbezogen.   In partnerschaftlicher   Zusammenarbeit   mit   dem   Jugendamt   hatten   der   Vorstand   und   weitere   Mitglieder   des   Vereins   auf   ehrenamtlicher   Basis   die   vorgenannten   Projekte   mit unterstützt   bzw.   eigenverantwortlich   geführt.   Der   Verein   wollte   darüber   hinaus   weitere   Projekte   initiieren   und   langfristig   Dauerarbeitsplätze   schaffen.   Das   Projekt   konnte   nur durch erheblichen finanziellen Aufwand der Stadt Gladbeck und finanzielle Unterstützung des Landes und der Bundesanstalt für Arbeit realisiert werden.
Ausgehend    von    der    Überlegung,    Beschäftigungsprojekte    für    junge    Erwachsene    zu    schaffen,    wurde    ein wesentlicher   Bereich   der   Neugestaltung   von   der   Projektgruppe   Natur-   und   Umweltschutz-arbeiten   durchgeführt. Zehn   junge   Frauen,   eine   Garten-   und   Landschaftsgärtnerin   und   eine   Sozialpädagogin   waren   seit   Dezember   1987 in diesem Projekt über eine Allgemeine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig.
Am   01.05.1988   begannen   sechs   junge   Erwachsene   und   zwei   Meister   mit   dem   geplanten   Bau   weiterer   Gebäude (Remise,   Backhaus,   Pferdestall)   am   Kotten   Nie.   Durch   die   Gebäude   wurde   das   Bild   einer   ehemaligen   Hofanlage vervollständigt,   gleichzeitig   wurde   in   die   Gesamtkonzeption   die   Haltung   von   heimischen   Tieren   aufgenommen, um    Kindern    und    Jugendlichen    aus    dem    innerstädtischen    Bereich    den    natürlichen    Umgang    mit    Tieren    zu ermöglichen.   Bisher   wurden   im   Kotten   Nie   Hühner   und   Schafe   gehalten,   nach   der   Fertigstellung   der   Gebäude sollten   dort   Kaninchen,   Ziegen   und   Pferde   beheimatet   werden.   Die Ausstattung   und   Nutzung   des   Wirtschaftsteils des   Kotten   Nie   trägt   Werkstattcharakter,   er   lässt   Nutzungen   zu,   die   sonst   nur   schwer   unterzubringen   sind.   So wurde    nach    Fertigstellung    der    Remise    mit    der    Instandsetzung    eines    Planwagens,    einer    Kutsche    und    einer Segeljolle   begonnen.   Über   das   bisherige   Angebot   für   Kinder,   Jugendliche   und   Erwachsene   am   Kotten   Nie   - Töpfer-,   Spinn-,   Fahrrad-,   Holz-,   Naturschutzgruppe   und   Spiel-   und   Sportangebote   unter   dem   Motto   "Alte   Spiele, neu   entdeckt"   -   entstanden   weitere   Angebote   nach   der   Fertigstellung   der   Bauphase.   Das   Angebot   im   Bereich stadtteilbezogener   Kulturarbeit   wurde   erweitert.   Der   Kotten   Nie   konnte   somit   auch   für   kleinere   Veranstaltungen, wie   Konzerte,   Informationsabende   etc.   zur   Verfügung   stehen.   Der   Kotten   Nie   wurde   für   alle   Bevölkerungsgruppen im    Stadtteil    zu    einer    offenen    Begegnungsstätte    mit    einem    vielfältigen    und    interessanten    Angebot    im Freizeitbereich.   Zur   Unterstützung   des   Vorhabens   in   ideeller   und   finanzieller   Hinsicht   wurde   der   am   24. April   1986 gegründete   Verein   zur   Förderung   der   Jugend   und   Kultur   e.V.   einbezogen.   In   partnerschaftlicher   Zusammenarbeit mit    dem    Jugendamt    hatten    der    Vorstand    und    weitere    Mitglieder    des    Vereins    auf    ehrenamtlicher    Basis    die vorgenannten   Projekte   mit   unterstützt   bzw.   eigenverantwortlich   geführt.   Der   Verein   wollte   darüber   hinaus   weitere Projekte    initiieren    und    langfristig    Dauerarbeitsplätze    schaffen.    Das    Projekt    konnte    nur    durch    erheblichen finanziellen   Aufwand   der   Stadt   Gladbeck   und   finanzielle   Unterstützung   des   Landes   und   der   Bundesanstalt   für Arbeit realisiert werden.
Am Donnerstag, dem 04.Juli 1985, war es soweit: „Richtfest am Kotten Nie“ Grüne   Zweige   symbolisierten   die   Fertigstellung   des   ersten   Abschnittes   einer   Arbeitsbeschaffungsmaßnahme   für arbeitslose   Jugendliche,   die   am   01.Dezember   1984   begonnen   wurde.   Über   den   Erfolg   konnten   sich   neben   den   12 jungen   Männern   zwischen   19   und   21   Jahren   auch   Mauermeister   Franz   Körbel   und   Schreinermeister   Arnold Siedlaczek, sowie Sozialarbeiterin Ingrid Klefke freuen. Weitere   18   Monate   Restaurierungsarbeiten   folgten.   Bis   der   Kotten   zu   einem   Denkmal   werden   kann,   das   an   die bäuerliche   Vergangenheit   Gladbecks   erinnert   müssen   noch   Fensterrahmen,   die   Fachwerkkonstruktion   des Tennen Tores und Türen erneuert und Maler, Installations- und Kanalisationsarbeiten erledigt werden.
Neuer Verein verfolgt ehrgeizige Ziele. „Verein zur Förderung von Jugend und Kultur e. V.“… …hinter   diesem   Namen   verbirgt   sich   eine   Initiative,   die   sich   zum Ziel gesetzt hat, arbeitslose Jugendliche zu unterstützen. Den    Vorsitz    des    neuen    Vereins,    der    noch    beim   Amtsgericht eingetragen    werden    muss,    übernahm    Emil    Schmidtobreick, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. In    erster    Linie    möchte    der    Verein    das    Projekt    „Kotten    Nie“ fördern.    Zur    Finanzierung    des    ehrgeizigen    Planes    sollen    in erster   Linie   Spenden   dienen.   Daneben   sollen   die   Jugendlichen auch einiges selbst unternehmen um die Kasse aufzubessern Inzwischen   sind   viele   Jahre   vergangen.   Der   Verein   hat   in   2016 sein   30-jähriges   Jubiläum   gefeiert   und   inzwischen   einen   neuen Namen bekommen, der kürzer und prägnanter ist                                              - Förderverein Kotten Nie - Seine Ziele sind aber nach wie vor, mit einigen Ausnahmen, die gleichen geblieben. Und das Motto des Fördervereins hat sich auch nicht geändert und heißt wie immer:
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Kotten Nie, über 200 Jahre alter Bauernhof im Gladbecker Osten

KOTTEN NIE GESCHICHTE

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In   Gladbeck   Ost   an   der   Bülser   Straße   liegt   der   Kotten Nie.        Er        ist        ein        Zeuge        der        Gladbecker Stadtteilgeschichte,              ein              erhaltenswertes Überbleibsel     aus     der     bäuerlichen     Vergangenheit Gladbecks.      Mit      den      Höfen      Kruse,      Dume      und Hegemann    gehörte    der    Hof    Nie    zum    damaligen Oberhof      Allinghof.      1574      wird      im      Vestischen Schatzzettel,   einer   Steuerliste   des   16.   Jahrhunderts, der      Nie-Hof      erwähnt.      Hier      wurden      von      den "Gladbeckerschen   von   den   Nygen"   (heute   Nie)   vier Reichstaler   gefordert.   Weiter   erwähnt   wird   der   Hof 1660   im   Kurfürstlichen   Lagerbuch   und   am   20.April 1698    im    Taufregister    Lambert.    Aus    jüngerer    Zeit stammt   eine   Eintragung   aus   dem   Jahre   1801,   dem Hochzeitstag    der    Erbtochter    Gertrud    Nie    mit    dem Bottroper   Hermann   Kleine-Lohmann.   1909   verpachtet Kleine-Lohmann   den   Kotten   Nie   an   den   Bauern   Anton Löns.   Seit   den   30-er   Jahren   ist   die   Stadt   Gladbeck Eigentümerin   des   Gebäudes.   Heute   erinnert   uns   der Straßenname       "Allinghof"       an       den       ehemaligen Hofverband   Allinghof.   Seit   dem   12.Februar   1985   steht der Hof unter Denkmalschutz.
Wiederaufbau des Kotten Nie Im    Dezember    1984    wurde    mit    der    Restaurierung    des "Kotten    Nie"    begonnen.    Der    Hof    "Kotten    Nie"    ist    ein Verbleibsel   aus   der   bäuerlichen   Vergangenheit   Gladbecks. Erhalten     geblieben     ist     vom     ehemaligen     Hof     Nie     das Bauernhaus.    Es    ist    ein    für    den    Hellwegraum    typisches Vierständer-Fachwerk-Haupthaus.    Die    Restaurierung    des Fachwerkhauses          wurde          im          Rahmen          eines Beschäftigungsprojektes        von        jungen        Erwachsenen durchgeführt.      Jeweils      12      Arbeitsplätze      für      junge Arbeitslose   Arbeitnehmer   und   2   Arbeitsplätze   für   Meister wurden     während     der     2-jährigen     Restaurierungsphase eingerichtet.   Die   Teilnehmer   verfügten   zum   Teil   nur   über eine   geringe   berufliche   Qualifikation   bzw.   hatten   zum   Teil nach   einer   Berufsausbildung   keine   Arbeitsstelle   gefunden und   waren   in   der   Regel   längerfristig   arbeitslos.   Durch   die Vielzahl     von     unterschiedlichen     Tätigkeiten     in     diesem Projekt        konnten        die        Teilnehmer        handwerkliche Qualifikationen     erwerben     bzw.     berufliche     Kenntnisse vertiefen.   Die   beruflichen   Chancen   der   jungen   Arbeitslosen auf   dem   Ausbildungs-   und   Arbeitsmarkt   sollten   verbessert werden.    Ihnen    sollte    der    Einstieg    in    die    Berufstätigkeit ermöglicht   werden   bzw.   durch   die   Maßnahme   konnten   sie zum      Teil      die      Voraussetzungen      für      eine      berufliche Bildungsmaßnahme   erlangen.   Durch   die   Arbeit   im   Projekt lernten    sie    unterschiedliche    handwerkliche        Tätigkeiten aus verschiedenen Berufszweigen kennen, u.a. Stütz- und Demontagearbeiten Herstellen von Fundamenten Zimmerer- und Schreinerarbeiten - Maurer- und Putzarbeiten Maler- und Anstreicherarbeiten - Isolationsarbeiten Fliesenlegerarbeiten.
Das     Projekt     wurde     sozialpädagogisch     begleitet,     um Probleme   der   Teilnehmer,   die   sich   aus   einer   längerfristigen Arbeitslosigkeit   ergaben,   wie   z.   B.   die   Verschuldung   und fehlende      berufliche      Perspektiven,      aufzugreifen      und Lösungsmöglichkeiten    zu    entwickeln.    Nach    Beendigung der   in   der   Regel   einjährigen   Beschäftigung   fand   ein   Teil   der Teilnehmer     eine     feste     Arbeitsstelle,     ein     weiterer     Teil strebte   eine   berufliche   Qualifizierungsmaßnahme   an   und ein      weiterer      Teil      wurde      erneut      arbeitslos.      Das Beschäftigungsprojekt     konnte     insgesamt     als     sinnvolle Maßnahme    im    Rahmen    der    Jugendberufshilfe    eingestuft werden.   Das   Ergebnis   dieses   Projektes   konnte   auch   unter Baufachleuten     vorgezeigt     werden.     Nach     zweijähriger Restaurierung   des   Fachwerkhauses   stand   dieses   für   ein neues   Nutzungskonzept   zur   Verfügung.   Entwickelt   wurde ein   modellhaftes   Projekt   wohnortnaher   Freizeitgestaltung, Erholung       und       Begegnung       in       Gladbeck-Ost.       Der Wirtschaftsbereich   des   Gebäudes   -   die   Wohnung   wird   vom übrigen    Teil    unabhängig    genutzt    -    und    die    angrenzende Grünfläche   von   ca.   10.000   qm   standen   für   dieses   Konzept zur   Verfügung.   Der   größte   Teil   des   Gesamtgeländes   ist   eine von   Wegen   durchzogene   Grünfläche,   die   im   Westen   einen Bolzplatz   und   im   Süden   einen   Bezirksspielplatz   einschließt. Diese   Freiflächen   sollten   an   Attraktivität   gewinnen.   Für   das Konzept      der      Neugestaltung      der      Freiflächen      waren pädagogische   Überlegungen   im   Freizeitbereich,   Natur-   und Umweltschutzgedanken   und   Maßnahmen   zur   Bekämpfung der    Jugendarbeitslosigkeit    bestimmend.    Die    Gestaltung der     Freiflächen     unterlag     dem     Konzept     einer     aktiven Nutzung.                    Natur    und    Grün    sollten    nicht    nur    bloß Wegbegleitung     sein,     sondern     erlebbar     werden.     Dazu gehörte   die   Beteiligung   der   Bevölkerung   im   Stadtteil   an   der Gestaltung,    Realisierung    und    Unterhaltung    (Obstbäume, Gärten,   Feuchtbiotop,   Bauerngarten,   Vogelschutz-hecken- Naturkunde, Naturschutz). Ausgehend    von    der    Überlegung,    Beschäftigungsprojekte für   junge   Erwachsene   zu   schaffen,   wurde   ein   wesentlicher Bereich   der   Neugestaltung   von   der   Projektgruppe   Natur- und     Umweltschutzarbeiten     durchgeführt.     Zehn     junge Frauen,   eine   Garten-   und   Landschaftsgärtnerin   und   eine Sozialpädagogin    waren    seit    Dezember    1987    in    diesem Projekt        über        eine        Allgemeine        Maßnahme        zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig. Am   1.5.1988   begannen   sechs   junge   Erwachsene   und   zwei Meister   mit   dem   geplanten   Bau   weiterer   Gebäude   (Remise, Backhaus,   Pferdestall)   am   Kotten   Nie.   Durch   die   Gebäude wurde     das     Bild     einer     ehemaligen     Hofanlage     vervoll- ständigt,   gleichzeitig   wurde   in   die   Gesamtkonzeption   die Haltung   von   heimischen   Tieren   aufgenommen,   um   Kindern und   Jugendlichen   aus   dem   innerstädtischen   Bereich   den natürlichen    Umgang    mit    Tieren    zu    ermöglichen.    Bisher wurden   im   Kotten   Nie   Hühner   und   Schafe   gehalten,   nach der    Fertigstellung    der    Gebäude    sollten    dort    Kaninchen, Ziegen    und    Pferde    beheimatet    werden.    Die    Ausstattung und    Nutzung    des    Wirtschaftsteils    des    Kotten    Nie    trägt Werkstattcharakter,   er   lässt   Nutzungen   zu,   die   sonst   nur schwer   unterzubringen   sind.   So   wurde   nach   Fertigstellung der    Remise    mit    der    Instandsetzung    eines    Planwagens, einer    Kutsche    und    einer    Segeljolle    begonnen.    Über    das bisherige   Angebot   für   Kinder,   Jugendliche   und   Erwachsene am     Kotten     Nie     -     Töpfer-,     Spinn-,     Fahrrad-,     Holz-, Naturschutzgruppe    und    Spiel-    und    Sportangebote    unter dem   Motto   "Alte   Spiele,   neu   entdeckt"   -   entstanden   weitere Angebote    nach    der    Fertigstellung    der    Bauphase.    Das Angebot   im   Bereich   stadtteilbezogener   Kulturarbeit   wurde erweitert.   Der   Kotten   Nie   konnte   somit   auch   für   kleinere Veranstaltungen,   wie   Konzerte,   Informations-abende   etc. zur    Verfügung    stehen.    Der    Kotten    Nie    wurde    für    alle Bevölkerungsgruppen     im     Stadtteil     zu     einer     offenen Begegnungsstätte     mit     einem     vielfältigen     und     interes- santen   Angebot   im   Freizeitbereich.   Zur   Unterstützung   des Vorhabens   in   ideeller   und   finanzieller   Hinsicht   wurde   der am    24.April    1986    gegründete    Verein    zur    Förderung    der Jugend   und   Kultur   e.V.   einbezogen.   In   partnerschaftlicher Zusammenarbeit   mit   dem   Jugendamt   hatten   der   Vorstand und    weitere    Mitglieder    des    Vereins    auf    ehrenamtlicher Basis    die    vorgenannten    Projekte    mit    unterstützt    bzw. eigenverantwortlich    geführt.    Der    Verein    wollte    darüber hinaus      weitere      Projekte      initiieren      und      langfristig Dauerarbeitsplätze   schaffen.   Das   Projekt   konnte   nur   durch erheblichen   finanziellen   Aufwand   der   Stadt   Gladbeck   und finanzielle       Unterstützung       des       Landes       und       der Bundesanstalt für Arbeit realisiert werden.
Am Donnerstag, dem 04.Juli 1985, war es soweit: „Richtfest am Kotten Nie“ Grüne   Zweige   symbolisierten   die   Fertigstellung   des   ersten Abschnittes     einer     Arbeitsbeschaffungs-maßnahme     für arbeitslose      Jugendliche,      die      am      01.Dezember      1984 begonnen   wurde.   Über   den   Erfolg   konnten   sich   neben   den 12    jungen    Männern    zwischen    19    und    21    Jahren    auch Mauermeister    Franz    Körbel    und    Schreinermeister    Arnold Siedlaczek, sowie Sozialarbeiterin Ingrid Klefke freuen. Weitere   18   Monate   Restaurierungsarbeiten   folgten.   Bis   der Kotten    zu    einem    Denkmal    werden    kann,    das    an    die bäuerliche   Vergangenheit   Gladbecks   erinnert   müssen   noch Fensterrahmen,     die     Fachwerkkonstruktion     des     Tennen Tores    und    Türen    erneuert    und    Maler,    Installations-    und Kanalisationsarbeiten erledigt werden. Neuer Verein verfolgt ehrgeizige Ziele. „Verein zur Förderung von Jugend und Kultur“ hinter   diesem   Namen   verbirgt   sich   eine   Initiative,   die   sich zum      Ziel      gesetzt      hat,      arbeitslose      Jugendliche      zu unterstützen. Den   Vorsitz   des   neuen   Vereins,   der   noch   beim   Amtsgericht eingetragen   werden   muss,   übernahm   Emil   Schmidtobreick, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. In   erster   Linie   möchte   der   Verein   das   Projekt   „Kotten   Nie“ fördern.   Zur   Finanzierung   des   ehrgeizigen   Planes   sollen   in erster      Linie      Spenden      dienen.      Daneben      sollen      die Jugendlichen    auch    einiges    selbst    unternehmen    um    die Kasse aufzubessern Inzwischen   sind   viele   Jahre   vergangen.   Der   Verein   hat   in 2016   sein   30-jähriges   Jubiläum   gefeiert   und   einen   neuen Namen bekommen, der kürzer und prägnanter ist - Förderverein Kotten Nie -  Seine   Ziele   sind   aber   nach   wie   vor,   mit   einigen   Ausnahmen,   die gleichen    geblieben.    Und    das    Motto    des    Fördervereins    hat    sich auch nicht geändert und heißt wie immer:
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